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Trinkmenge berechnen: wie viel Wasser brauchst du am Tag?

Gib Alter, Gewicht und deinen Sport ein und du siehst sofort zwei sauber getrennte Werte: deine empfohlene Trinkmenge über Getränke und dein Gesamtwasser inklusive Essen. Nach den Referenzwerten von DGE und EFSA, kostenlos, ohne Anmeldung, ohne Tracking. Alle Berechnungen laufen direkt in deinem Browser.

Geschlecht
Die DGE-Richtwerte gelten für alle, das Geschlecht beeinflusst nur die EFSA-Einordnung.
Ausdauer oder schweißtreibendes Training, grobe Orientierung

Alle Werte sind Richtwerte für gesunde Erwachsene und keine medizinische Beratung. Bei Herzschwäche, Nieren- oder Lebererkrankungen kann eine begrenzte Trinkmenge nötig sein: Dann gehört die Flüssigkeitsmenge in ärztliche Begleitung. Das gilt auch in Schwangerschaft und Stillzeit; für Säuglinge und Kinder ist der Rechner nicht gedacht.

Trinken ist nur ein Baustein

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So rechnet der Trinkmengen-Rechner

Der Rechner hält zwei Größen strikt auseinander, die viele Trinkrechner vermischen:

  • Trinkmenge über Getränke: der DGE-Richtwert deiner Altersgruppe, zum Beispiel 1.410 ml für 25 bis unter 51 Jahre. Bei Sport kommen als grobe Orientierung rund 0,5 bis 1 Liter je Stunde dazu.
  • Gesamtwasser: Körpergewicht mal 30 bis 35 ml je Kilogramm (bis unter 51 Jahre etwa 35 ml/kg, ab 51 Jahren etwa 30 ml/kg). Dieser Wert umfasst Getränke, das Wasser aus fester Nahrung und das im Stoffwechsel gebildete Oxidationswasser.

Ein Beispiel: Mit 35 Jahren und 70 kg liegt dein Getränke-Richtwert bei 1.410 ml, also rund 1,4 Litern. Dein Gesamtwasser liegt bei 70 mal 35 = 2.450 ml, also etwa 2,5 Litern. Rund die Hälfte des Gesamtwassers kommt bei üblicher Ernährung über Getränke, ein erheblicher Teil steckt in Lebensmitteln wie Obst, Gemüse und Suppen. Genau hier scheitern viele Rechner im Netz: Sie wenden die ml-pro-kg-Faustregel direkt auf die Trinkmenge an und geben dadurch systematisch zu hohe Werte aus. Zur Einordnung nennt die EFSA als angemessene Gesamtwasserzufuhr 2,0 Liter für Frauen und 2,5 Liter für Männer, jeweils inklusive Wasser aus dem Essen und bezogen auf moderate Temperatur und moderate Aktivität.

DGE-Referenzwerte: Wasserzufuhr nach Alter

Die DGE schlüsselt die Richtwerte für die Wasserzufuhr nach Altersgruppen auf. Alle Angaben in ml pro Tag:

AltersgruppeGetränkeFeste NahrungOxidationswasserGesamtwasserGesamtwasser je kg
15 bis unter 19 Jahre1.5309203502.80040 ml
19 bis unter 25 Jahre1.4708903402.70035 ml
25 bis unter 51 Jahre1.4108603302.60035 ml
51 bis unter 65 Jahre1.2307402802.25030 ml
ab 65 Jahren1.3106802602.25030 ml

Als Merksatz für Erwachsene: rund 1,5 Liter am Tag über Getränke trinken, zusammen mit dem Essen ergibt das eine Gesamtwasserzufuhr von etwa 2,5 Litern. Für Menschen ab 65 formuliert die DGE zusätzlich: mindestens 1,3 Liter, besser 1,5 Liter über Getränke, weil das Durstgefühl im Alter oft nachlässt.

Kaffee, Tee und Co: Was zählt zur Trinkmenge?

Der Satz, Kaffee entwässere den Körper, hält sich hartnäckig, gilt aber als widerlegt. Die DGE schreibt in ihrem Praxiswissen ausdrücklich, dass auch Kaffee und Tee zur Flüssigkeitsbilanz hinzugerechnet werden können, und stuft bis zu vier Tassen Kaffee täglich als unbedenklich ein. Eine kontrollierte Studie von Killer, Blannin und Jeukendrup (2014, PLOS ONE) fand bei moderatem Kaffeekonsum keine Unterschiede bei Gesamtkörperwasser und Hydratationsmarkern im Vergleich zu Wasser. Wegen seiner anregenden Wirkung taugt Kaffee trotzdem nicht als Durstlöscher: Die erste Wahl bleiben Wasser und ungesüßte Tees. Alkoholische Getränke zählen rechnerisch zwar ebenfalls zur Flüssigkeit, sind aber aus naheliegenden Gründen keine Empfehlung zur Deckung des Bedarfs.

Mehr trinken bei Sport und Hitze

Beim Sport verlierst du je nach Intensität und Temperatur etwa 0,5 bis 1 Liter Schweiß pro Stunde, bei hoher Intensität oder Hitze auch deutlich mehr. Das American College of Sports Medicine nennt für Ausdauerbelastung eine Zufuhr von etwa 400 bis 800 ml pro Stunde, individuell nach Schweißrate und Körpergröße. Die DGE-nahe Praxisregel dazu: alle 15 bis 20 Minuten 100 bis 200 ml trinken. Bei Belastungen bis etwa einer Stunde ist bei guter Ausgangshydrierung nicht zwingend Flüssigkeit nötig. Ein einfacher Selbsttest: Wiege dich vor und nach dem Training, ein Kilogramm weniger entspricht etwa einem Liter Flüssigkeit. Für Hitze gibt es keine amtliche Zuschlagsformel; sicher ist nur, dass der Bedarf bei hohen Temperaturen, trockener Luft, Fieber, Erbrechen oder Durchfall steigt. Orientiere dich dann an Durst und einer möglichst hellen Urinfarbe. Übrigens erhöht auch ein hoher Energieumsatz den Wasserbedarf. Wie viele Kalorien du täglich brauchst, zeigt dir unser Kalorienbedarf-Rechner.

Grenzen des Rechners und sinnvolle nächste Schritte

Dieser Rechner richtet sich an gesunde Erwachsene, und mehr ist nicht automatisch besser. Wer in kurzer Zeit sehr große Mengen trinkt, kann den Natriumspiegel im Blut verdünnen (Hyponatriämie oder Wasservergiftung), mit Beschwerden von Kopfschmerzen und Übelkeit bis zu ernsten Verläufen. Gefährdet sind vor allem Ausdauersportler mit sehr hoher Zufuhr. Bei einigen Erkrankungen kann es zudem nötig sein, die Flüssigkeitsmenge zu begrenzen, etwa bei Herzinsuffizienz, bestimmten Nierenschädigungen oder Leberzirrhose. Die DGE nennt die Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt in diesen Fällen unerlässlich.

Im Alltag hilft dir eine einfache Routine: ein Glas Wasser zu jeder Mahlzeit, eine gefüllte Flasche in Sichtweite und wasserreiche Lebensmittel auf dem Teller. Ideen dafür findest du in unseren gesunden Rezepten, verständliches Basiswissen in den Ernährungs-Grundlagen. Wenn du dein Gewicht einordnen möchtest, hilft der BMI-Rechner weiter. Und wenn du deine Ernährung insgesamt umstellen willst, findest du über die Berater-Suche qualifizierte Unterstützung in deiner Nähe oder online.

Häufige Fragen zur Trinkmenge

Wie viel Wasser sollte ich am Tag trinken?

Als Richtwert nennt die DGE rund 1,5 Liter pro Tag über Getränke. Zusammen mit dem Wasser aus fester Nahrung wie Obst, Gemüse und Suppen kommst du auf eine Gesamtwasserzufuhr von etwa 2,5 Litern. Die EFSA empfiehlt als Gesamtwasser 2,0 Liter für Frauen und 2,5 Liter für Männer, jeweils inklusive Wasser aus dem Essen.

Wie berechne ich meine Trinkmenge nach Körpergewicht?

Eine grobe Faustregel sind etwa 30 bis 35 Milliliter Gesamtwasser je Kilogramm Körpergewicht (bis 51 Jahre rund 35 ml/kg, danach etwa 30 ml/kg). Achtung: Dieser Wert meint das Gesamtwasser, also Getränke plus Essen. Über Getränke trinkst du davon rund die Hälfte bis etwa 1,5 Liter, den Rest deckst du über die Nahrung.

Was ist der Unterschied zwischen Trinkmenge und Gesamtwasser?

Die Trinkmenge ist nur das, was du über Getränke aufnimmst, also grob 1,5 Liter. Das Gesamtwasser umfasst zusätzlich das Wasser aus fester Nahrung und das im Stoffwechsel gebildete Oxidationswasser und liegt bei Erwachsenen bei etwa 2,5 Litern. Viele Rechner verwechseln beides und geben deshalb zu hohe Trinkmengen aus.

Zählt Kaffee zur Trinkmenge?

Ja, in moderaten Mengen. Nach aktueller Studienlage (unter anderem Killer und Kollegen 2014) und laut DGE führen bis zu etwa vier Tassen Kaffee am Tag nicht zu einem Flüssigkeitsverlust und dürfen zur Flüssigkeitsbilanz mitgezählt werden. Der lange verbreitete Satz, Kaffee entwässere, gilt als widerlegt. Als bester Durstlöscher bleiben trotzdem Wasser und ungesüßte Tees.

Wie viel sollte ich beim Sport zusätzlich trinken?

Als grobe Orientierung gelten während Ausdauerbelastung etwa 400 bis 800 Milliliter pro Stunde, in der Praxis oft als rund 0,5 bis 1 Liter je Stunde beschrieben. Wie viel genau, hängt von Schweißverlust, Intensität und Hitze ab. Ein einfacher Trick: Wiege dich vor und nach dem Training, denn ein Kilogramm weniger entspricht etwa einem Liter Flüssigkeit.

Brauche ich bei Hitze mehr Wasser?

Ja. Bei Hitze, starkem Schwitzen, Fieber, Erbrechen oder Durchfall steigt dein Bedarf spürbar. Eine exakte amtliche Literzahl gibt es dafür nicht, weil der Mehrbedarf sehr individuell ist. Orientiere dich an Durst und an einer möglichst hellen Urinfarbe und trinke über den Tag verteilt lieber öfter kleine Mengen.

Kann ich zu viel Wasser trinken?

Ja, wenn auch selten. Wer in kurzer Zeit sehr große Mengen trinkt, kann den Natriumspiegel im Blut verdünnen. Diese sogenannte Hyponatriämie oder Wasservergiftung kann zu Kopfschmerzen, Übelkeit und in schweren Fällen zu ernsten Beschwerden führen. Gefährdet sind vor allem Ausdauersportler mit sehr hoher Zufuhr sowie Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen.

Ich habe eine Herz- oder Nierenerkrankung. Gilt der Rechner für mich?

Nein, dann ist dieser Rechner nicht für dich gedacht. Er richtet sich an gesunde Erwachsene. Bei Herzschwäche, eingeschränkter Nierenfunktion oder Lebererkrankungen kann eine begrenzte Trinkmenge nötig sein. Die DGE weist ausdrücklich darauf hin, dass in solchen Fällen die Rücksprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt unerlässlich ist. Das gilt auch in Schwangerschaft und Stillzeit sowie für Säuglinge und Kinder.

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Wasser. dge.de
  • DGE: Gut essen und trinken, die DGE-Empfehlungen. dge.de
  • DGE-Praxiswissen: Trinken im Alter (PDF). fitimalter-dge.de
  • EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA): Scientific Opinion on Dietary Reference Values for water. EFSA Journal 2010; 8(3):1459. efsa.onlinelibrary.wiley.com
  • EFSA: EFSA sets European dietary reference values for nutrient intakes (Pressemeldung, 2010). efsa.europa.eu
  • Killer SC, Blannin AK, Jeukendrup AE: No Evidence of Dehydration with Moderate Daily Coffee Intake. PLOS ONE 2014. journals.plos.org
  • American College of Sports Medicine: Position Stand, Exercise and Fluid Replacement. Medicine & Science in Sports & Exercise. journals.lww.com
  • IN FORM / DGE: Trinken und Getränke, sportliche Durstlöscher. in-form.de
  • Verbraucherzentrale: Wie viel sollte man am Tag trinken? verbraucherzentrale.de
  • AOK: So viel Wasser sollten wir am Tag trinken. aok.de
  • UGB: Entzieht Kaffee dem Körper Flüssigkeit? ugb.de
  • DAK: Ist Kaffee gesund? (Koffein-Grenzwerte und Hydratation) dak.de