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Gesundheit

Was essen bei Durchfall? Schonkost, Getränke und was du meiden solltest

Bei Durchfall zählen vor allem Flüssigkeit und leicht verdauliche Lebensmittel. Welche Speisen sich eignen, was du besser weglässt und wie du nach einem Magen-Darm-Infekt wieder normal isst.

Was essen bei Durchfall? Schonkost, Getränke und was du meiden solltest
Foto: Markus Winkler / pexels

Bei Durchfall eignen sich leicht verdauliche, fettarme und salzhaltige Lebensmittel: klare Brühe, geriebener Apfel, zerdrückte Banane, Zwieback, Weißbrot, gekochte Kartoffeln, Reis, Haferschleim und gedünstete Karotte. Am wichtigsten ist ausreichend Flüssigkeit, etwa Wasser, ungesüßter Tee oder eine Elektrolytlösung aus der Apotheke. Fettes, stark Gezuckertes, Alkohol und Kaffee bleiben vorerst weg.

Der Darm arbeitet bei akutem Durchfall im Ausnahmezustand: Wasser und Salze werden schlechter aufgenommen, die Passage ist beschleunigt. Essen soll in dieser Phase möglichst wenig zusätzliche Arbeit machen. Klassische Schonkost ist deshalb ein pragmatischer Rahmen. Wichtig zu wissen: Wer Appetit hat, darf und soll essen. Längeres Fasten bringt nach heutigem Stand keinen Vorteil und verzögert eher die Erholung der Darmschleimhaut.

Was essen bei Durchfall? Die Basis in den ersten 24 bis 48 Stunden

In der akuten Phase gilt: kleine Portionen, mehrmals am Tag, gut gekaut, lauwarm statt heiß oder eiskalt. Fett bremst die Magenentleerung und wird bei Durchfall oft schlecht vertragen, deshalb steht es zunächst hinten an. Salz und etwas Kohlenhydrate helfen dem Körper, Flüssigkeit über den Darm wieder aufzunehmen.

Bewährte Lebensmittel für den Start:

  • Zwieback, Weißbrot, Salzstangen, Knäckebrot aus hellem Mehl
  • Gekochte Kartoffeln (als Püree mit Brühe statt Butter), Reis, Nudeln ohne fette Sauce
  • Haferschleim mit Wasser gekocht, ein bis zwei Esslöffel Haferflocken pro 200 ml
  • Geriebener Apfel mit Schale, kurz stehen lassen bis er bräunt: liefert Pektin
  • Zerdrückte reife Banane, liefert Kalium und ist mild
  • Karotte weich gekocht und püriert, klassische Karottensuppe
  • Klare Gemüsebrühe oder Hühnerbrühe, gesalzen

Nach den ersten Tagen kannst du erweitern: Kartoffelsuppe, gedünsteter Fenchel oder Zucchini, magerer Fisch, Hähnchenbrust ohne Haut, Toast mit etwas mildem Frischkäse.

Wie viel trinken und welche Getränke sind sinnvoll?

Flüssigkeits- und Salzverlust ist bei Durchfall das eigentliche Risiko, besonders bei Kindern und älteren Menschen. Trinke über den Tag verteilt in kleinen Schlucken, etwa 200 ml nach jedem dünnen Stuhlgang zusätzlich zur normalen Menge. Wie viel du grundsätzlich brauchst, kannst du mit dem Trinkmengen-Rechner abschätzen.

Gut geeignet sind Wasser, stilles Mineralwasser mit Natrium, ungesüßter Kräuter- oder Schwarztee (Fenchel, Kamille) und verdünnte Brühe. Fertige orale Rehydratationslösungen aus der Apotheke sind bei stärkeren Verlusten die zuverlässigste Wahl, weil das Verhältnis von Zucker und Salzen dort passt.

Weniger gut: Cola und Fruchtsäfte pur. Der hohe Zuckergehalt zieht osmotisch Wasser in den Darm und kann den Durchfall verstärken. Das alte Hausmittel Cola mit Salzstangen deckt Kalium und Natrium nur unzureichend ab und liefert zu viel Zucker. Wenn Saft, dann stark verdünnt (1 Teil Saft, 3 Teile Wasser). Alkohol und Kaffee reizen den Magen-Darm-Trakt zusätzlich und bleiben in der akuten Phase weg.

Was nicht essen bei Durchfall? Die häufigsten Fehlgriffe

Die folgende Übersicht zeigt, was in der akuten Phase gut vertragen wird und was du besser aufschiebst.

Gut geeignetVorerst meiden
Zwieback, Weißbrot, Reis, Kartoffeln, NudelnVollkornbrot, Müsli, Kleie, Hülsenfrüchte
Banane, geriebener Apfel, gekochte Karotte, FenchelRohkost, Kohl, Zwiebeln, Lauch, Steinobst
Magere Brühe, Hähnchen, Kabeljau, SeelachsFrittiertes, Wurst, Sahnesaucen, Käse mit hohem Fettanteil
Wasser, ungesüßter Tee, ElektrolytlösungAlkohol, Kaffee, Energydrinks, Limonade, Saft pur
Milde Kräuter, wenig Salz zum WürzenScharfe Gewürze, Chili, sehr saure Speisen
Naturjoghurt in kleiner Menge (wenn vertragen)Zuckeralkohole (Sorbit, Xylit) in Kaugummi und Light-Produkten

Milch bei Durchfall ist ein Sonderfall. Nach einem Magen-Darm-Infekt kann die Aktivität des Enzyms Laktase vorübergehend vermindert sein, sodass Milchzucker schlechter verdaut wird. Größere Mengen Frischmilch, Milchreis oder Milchkaffee führen dann zu Blähungen und erneutem Durchfall. Ein Schuss Milch im Tee ist meist unproblematisch, Naturjoghurt enthält weniger Laktose als Milch und wird oft besser vertragen. Gereifter Hartkäse ist ebenfalls laktosearm, wegen des Fettgehalts aber eher etwas für die Erholungsphase. Beides wird oft besser vertragen als Milch, weil sie weniger Laktose enthalten. Teste in kleinen Mengen.

Sauerkraut und Durchfall: Sauerkraut ist ballaststoffreich, enthält Milchsäure und wird nach dem Rohgenuss auch von Gesunden häufig mit Blähungen quittiert. Durchfall nach Sauerkraut ist meist eine Reaktion auf die Kombination aus unlöslichen Ballaststoffen und Säure, bei Rohkostvarianten spielt zusätzlich die Menge eine Rolle. In der akuten Phase gehört Sauerkraut nicht auf den Teller. Später, wenn der Darm sich beruhigt hat, gut gekocht und in kleiner Portion, ist es für viele wieder verträglich.

Erdbeeren bei Durchfall: Erdbeeren liefern Fruchtsäuren, kleine Kerne und relativ viel Fructose. Beides kann einen gereizten Darm zusätzlich fordern. In der akuten Phase besser weglassen und stattdessen zu Banane oder geriebenem Apfel greifen. Nach ein paar beschwerdefreien Tagen spricht nichts gegen eine kleine Portion. Wichtig auch: Rohes Obst gründlich waschen, denn Erdbeeren und andere Beeren zählen zu den Lebensmitteln, über die Erreger übertragen werden können.

Ei und Rührei bei Magen-Darm: geht das?

Ei bei Durchfall ist erlaubt, wenn es fettarm zubereitet und gut durchgegart ist. Das Eiweiß im Ei ist leicht verdaulich, das Eigelb enthält allerdings Fett, das in der akuten Phase manchmal schwer im Magen liegt. Sinnvoll ist deshalb: erst ein hart gekochtes Ei oder ein pochiertes Ei probieren, in kleiner Menge, und beobachten, wie du reagierst.

Rührei bei Magen-Darm ist dann eine gute Wahl, wenn du es ohne Butter, Öl, Sahne oder Milch in einer beschichteten Pfanne bei niedriger Hitze zubereitest. Ein Ei, ein Esslöffel Wasser, etwas Salz, langsam stocken lassen. Klassisches Rührei mit Speck, viel Butter oder Käse ist dagegen zu fettreich und verzögert die Magenentleerung.

Wichtig aus hygienischer Sicht: Bei Magen-Darm-Beschwerden keine rohen oder nur kurz erhitzten Eier essen, also kein weiches Frühstücksei mit flüssigem Kern, keine Tiramisu-Creme, keine selbst gemachte Mayonnaise. Eier gehören durchgegart, Eiweiß und Eigelb fest. Das gilt auch in der Erholungsphase, solange der Darm empfindlich ist.

Was essen bei Magen-Darm-Infekt mit Erbrechen?

Kommt zum Durchfall Erbrechen dazu, steht Trinken vor Essen. Beginne mit sehr kleinen Mengen: alle 5 bis 10 Minuten ein bis zwei Teelöffel gekühlter Tee, Wasser oder Elektrolytlösung. Wenn das eine Stunde lang bleibt, steigere langsam auf Schlucke. Große Mengen auf einmal provozieren erneutes Erbrechen.

Sobald der Magen ruhiger ist, meist nach 6 bis 12 Stunden, kommt erste feste Nahrung dazu: ein Zwieback, ein Löffel Reis, etwas Banane. Danach Schritt für Schritt zurück zur Schonkost aus dem ersten Abschnitt. Ein Stufenplan für die Woche nach dem Infekt:

  1. Tag 1: Flüssigkeit, Brühe, Zwieback, Banane, Reisschleim
  2. Tag 2 bis 3: Kartoffeln, Nudeln, gedünstete Karotte, Haferschleim, mageres Hühnchen
  3. Tag 4 bis 5: gedünstetes Gemüse erweitern, Fisch, Ei, kleine Mengen Milchprodukte testen
  4. Ab Tag 6: normale Kost, Vollkorn und Rohkost langsam wieder einführen

Wann zum Arzt? Ärztlicher Rat ist angezeigt bei blutigem Stuhl, hohem Fieber, starken Bauchschmerzen, Durchfall über mehr als drei Tage, Anzeichen von Austrocknung (trockener Mund, wenig Urin, Schwindel, Verwirrtheit) sowie generell bei Säuglingen, Kleinkindern, Schwangeren, älteren oder chronisch kranken Menschen. Auch nach einer Reise oder nach einer Antibiotikaeinnahme gehört anhaltender Durchfall abgeklärt. Medikamente gegen Durchfall solltest du nur nach ärztlicher Rücksprache nehmen.

Durchfall bei Ernährungsumstellung: Warum reagiert der Darm?

Wer von Weißmehl und Fertigprodukten auf viel Vollkorn, Hülsenfrüchte, Rohkost und Obst umstellt, erhöht die tägliche Ballaststoffmenge oft von 15 g auf 30 g und mehr. Die Darmflora braucht Wochen, um sich anzupassen. Typische Folge in den ersten Tagen: Blähungen, weicher Stuhl, gelegentlich Durchfall. Das ist meist harmlos, aber unangenehm.

So machst du die Umstellung verträglicher:

  • Langsam steigern: alle 3 bis 5 Tage eine neue ballaststoffreiche Komponente ergänzen, nicht alles auf einmal
  • Trinken anpassen: Ballaststoffe binden Wasser, ohne ausreichend Flüssigkeit verschieben sich die Beschwerden nur
  • Hülsenfrüchte vorbereiten: gut einweichen, Einweichwasser wegschütten, weich kochen, mit Kümmel oder Fenchel würzen
  • Zuckeralkohole im Blick behalten: Sorbit und Xylit in zuckerfreien Bonbons, Kaugummi und Proteinriegeln wirken ab wenigen Gramm abführend
  • Fructose und Süßstoffe: große Mengen Trockenobst, Smoothies oder Light-Getränke können bei empfindlichen Menschen weichen Stuhl auslösen
  • Koffein und Alkohol: beschleunigen die Darmpassage zusätzlich

Halten die Beschwerden über mehrere Wochen an, treten sie unabhängig von der Umstellung auf oder verlieren gerade Gewicht, gehört das ärztlich abgeklärt. Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Laktose- oder Fructosemalabsorption lassen sich nur mit Diagnostik klären, nicht durch Ausprobieren. Für eine strukturierte Umstellung kannst du dir Unterstützung suchen und eine qualifizierte Ernährungsberatung finden.

Nach dem Durchfall: Wie kommst du wieder in den Alltag?

Die Verdauung braucht nach einem Infekt oft eine Woche, bis sie wieder normal läuft. Baue Vollkorn, Hülsenfrüchte und Rohkost schrittweise ein, statt am dritten Tag wieder Linsensalat und Müsli zu essen. Beobachte, was du verträgst, und plane bewusst zwei bis drei kleinere Mahlzeiten mehr statt zwei großer.

Nach mehreren Tagen mit wenig Nahrung ist der Körper unterversorgt. Achte in der Erholungsphase auf ausreichend Energie und Eiweiß, etwa über Kartoffeln mit Quark, Hühnersuppe mit Nudeln, Fisch mit Reis oder Haferbrei mit Banane. Deinen Bedarf kannst du grob mit dem Kalorienbedarf-Rechner und dem Protein-Rechner einordnen. Gewichtsverlust in den ersten Tagen ist übrigens überwiegend Wasser und normalisiert sich von selbst, sobald du wieder normal isst und trinkst.

Für den Wiedereinstieg helfen einfache, milde Gerichte ohne viel Fett und Schärfe. Passende Ideen findest du in der Sammlung gesunder Rezepte. Und noch ein praktischer Punkt: Magen-Darm-Erreger sind hoch ansteckend. Gründliches Händewaschen mit Seife nach dem Toilettengang und vor dem Kochen, eigene Handtücher und keine Essenszubereitung für andere, solange Beschwerden bestehen und mindestens zwei Tage darüber hinaus.

Redaktionell gegengezeichnet von Arno Hoffrichter und Florian Wessling, Stand 28.08.2026.

Quellen

Häufige Fragen

Darf ich bei Durchfall Milch trinken?

Große Mengen Frischmilch werden nach einem Magen-Darm-Infekt oft schlecht vertragen, weil die Laktaseaktivität im Darm vorübergehend vermindert sein kann. Ein Schuss Milch im Tee ist meist unproblematisch. Naturjoghurt und gereifter Hartkäse enthalten weniger Laktose und werden häufig besser vertragen. Teste in kleinen Portionen.

Ist Rührei bei Magen-Darm geeignet?

Ja, wenn es fettarm zubereitet ist: ohne Butter, Öl, Sahne oder Milch in einer beschichteten Pfanne langsam stocken lassen. Wichtig ist, dass das Ei vollständig durchgegart ist. Rohe oder weich gekochte Eier solltest du bei Magen-Darm-Beschwerden aus hygienischen Gründen meiden.

Warum bekomme ich nach Sauerkraut Durchfall?

Sauerkraut ist ballaststoffreich und säurehaltig. Beides kann die Darmpassage beschleunigen, vor allem bei rohem Sauerkraut und größeren Portionen. Wer wenig Ballaststoffe gewohnt ist, reagiert leichter mit Blähungen und weichem Stuhl. Gut gekocht und in kleiner Menge wird es meist besser vertragen.

Sind Erdbeeren bei Durchfall okay?

In der akuten Phase besser nicht. Erdbeeren enthalten Fruchtsäuren, kleine Kerne und Fructose, die einen gereizten Darm zusätzlich fordern können. Greife stattdessen zu zerdrückter Banane oder geriebenem Apfel. Nach einigen beschwerdefreien Tagen ist eine kleine, gut gewaschene Portion in der Regel wieder verträglich.

Wann sollte ich bei Durchfall zum Arzt?

Bei blutigem Stuhl, hohem Fieber, starken Bauchschmerzen, Durchfall über mehr als drei Tage oder Zeichen von Austrocknung wie wenig Urin, trockenem Mund und Schwindel. Bei Säuglingen, Kleinkindern, Schwangeren, älteren und chronisch kranken Menschen sowie nach Reisen oder Antibiotikaeinnahme gehört Durchfall früher ärztlich abgeklärt.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt keine Diagnose oder Behandlung durch Ärztinnen, Ärzte oder qualifizierte Ernährungsfachkräfte. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an deine Ärztin oder deinen Arzt. Gesundheitshinweis lesen