Kurz gesagt: Der glykämische Index gibt an, wie schnell die
Kohlenhydrate eines Lebensmittels ins Blut übergehen, gemessen im Vergleich zu
reinem Traubenzucker (GI 100). Bis 55 gilt als niedrig, 56 bis 69 als mittel,
ab 70 als hoch.
Die Tabelle führt 43 Lebensmittel mit GI-Wert, üblicher Portion und
glykämischer Last. Du kannst nach jeder Spalte sortieren und nach Namen suchen.
Alle GI-Werte sind Mittelwerte aus Messungen an Menschen und streuen zwischen den
Studien. Wie stark, steht weiter unten.
GI-Werte: gerundete Mittelwerte aus den internationalen Tabellen für glykämischen
Index und glykämische Last (Atkinson, Brand-Miller, Foster-Powell, Buyken und
Goletzke, The American Journal of Clinical Nutrition 2021, und der Vorgängerausgabe
in Diabetes Care 2008), Skala mit Traubenzucker gleich 100. Jeder Wert ist der
Mittelwert mehrerer Messreihen und hat eine Spannbreite: Für Weißbrot maß eine
Studie der Tufts University einen Mittelwert von 62 bei einer Standardabweichung
von 15 (Matthan et al. 2016), also grob 47 bis 77 für dasselbe Lebensmittel.
Kohlenhydrate je
Portion: verwertbare Kohlenhydrate aus Max Rubner-Institut (2025): Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), Version 4.0. Karlsruhe. DOI: 10.25826/Data20251217-134202-0 Lizenz: CC BY 4.0. Die
Portionsgrößen sind übliche Haushaltsmengen und von uns gesetzt. Alle Angaben sind
Schätzungen, einzelne Produkte und Sorten weichen ab.
Diese Seite ordnet Messwerte aus der Ernährungswissenschaft ein und ist keine
medizinische Beratung. Fragen zu Blutzucker, zu Diabetes oder zu einer besonderen
Kostform gehören zu deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Von der Tabelle zum Speiseplan
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Was der glykämische Index misst
Der GI ist eine Kennzahl aus dem Labor. Gemessen wird nach der Norm ISO 26642:2010:
Mindestens zehn gesunde Testpersonen essen eine Portion, die genau 50 g verwertbare
Kohlenhydrate enthält. Zwei Stunden lang wird der Blutzucker mehrfach bestimmt und
die Fläche unter der Kurve berechnet. Dieselben Personen bekommen an anderen Tagen
50 g Traubenzucker. Der GI ist das Verhältnis der beiden Flächen, gemittelt über
alle Testpersonen. Traubenzucker bekommt dabei den Wert 100.
Zwei Punkte folgen direkt aus dieser Methode. Erstens sagt der GI nichts über die
Menge, die tatsächlich auf dem Teller liegt, denn die Testportion ist auf 50 g
Kohlenhydrate normiert. Zweitens beschreibt er eine gemessene Reaktion und stuft ein
Lebensmittel damit weder auf noch ab. Kartoffelchips landen wegen ihres Fettgehalts
bei einem niedrigeren Wert als gekochte Kartoffeln.
Niedrig, mittel, hoch
Die internationalen Tabellen teilen die Werte in drei Stufen. Für die glykämische
Last je Portion nutzt die Arbeitsgruppe an der University of Sydney, an der die
Tabellen entstehen, dieselbe Dreiteilung mit anderen Grenzen.
Stufe
Glykämischer Index
Glykämische Last je Portion
Niedrig
55 und darunter
10,0 und darunter
Mittel
56 bis 69
über 10 bis unter 20
Hoch
70 und mehr
20,0 und mehr
Die glykämische Last rechnet die Portion mit
Die glykämische Last (GL) ist der Versuch, die Laborzahl auf eine echte Portion
zurückzuholen. Die Formel lautet:
GL = GI × verwertbare Kohlenhydrate je Portion ÷ 100
Wassermelone ist das bekannteste Beispiel. Ihr GI liegt bei 76 und damit in der
hohen Stufe. Ein Stück von 200 g enthält nach dem Bundeslebensmittelschlüssel rund
14 g verwertbare Kohlenhydrate, die glykämische Last dieser Portion liegt damit bei
rund 10,6. Umgekehrt kommen 150 g gekochter weißer Reis mit einem GI von 73 auf rund
37 g Kohlenhydrate und damit auf eine glykämische Last um 27. Wie viele Kohlenhydrate
am Tag für dich zusammenkommen, rechnet der
Kohlenhydrate-Rechner aus.
Warum die Werte zwischen Studien schwanken
Die Ausgabe der internationalen Tabellen von 2021 führt über 4.000 Einträge, 61
Prozent mehr als die Ausgabe von 2008. Die Autorinnen und Autoren haben die Daten in
zwei Listen getrennt: rund 2.100 Einträge, die nach der ISO-Methode entstanden sind,
und rund 1.900 aus weniger belastbaren Messungen, etwa mit wenigen Testpersonen oder
großem Standardfehler. Schon diese Trennung zeigt, dass ein GI-Wert kein Fixwert ist.
Wie groß die Streuung ausfällt, hat eine Studie am Jean Mayer USDA Human Nutrition
Research Center on Aging der Tufts University gemessen (Matthan und Kolleginnen und
Kollegen, 2016). 63 gesunde Erwachsene absolvierten je drei Testreihen mit Weißbrot.
Der mittlere GI lag bei 62 mit einer Standardabweichung von 15. Die Schwankung
innerhalb derselben Person betrug im Mittel 20 Prozent, die zwischen den Personen 25
Prozent. Mehr Testpersonen, längere Blutabnahmen und andere Rechenwege für die Fläche
haben daran nichts geändert.
Die Übersicht von 2021 beschreibt außerdem, welche Lebensmittelgruppen wie stabil
sind. Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Teigwaren und Obst lagen meist im niedrigen
Bereich und weltweit auf ähnlichem Niveau. Getreideerzeugnisse schwankten dagegen
stark, auch die Vollkornvarianten, was die Arbeit auf Unterschiede in der Herstellung
zurückführt. Brot, Frühstückscerealien, Reis und herzhafte Snacks gibt es in
niedrigen, mittleren und hohen Varianten. Die meisten Kartoffelsorten lagen hoch,
einzelne niedrige Sorten sind inzwischen bekannt. Nimm die Zahlen in der Tabelle
deshalb als Größenordnung.
Was den Wert eines Lebensmittels verschiebt
Verarbeitungsgrad: Je feiner die Stärke aufgeschlossen ist, desto höher der Wert. Kartoffelpüree aus Pulver liegt bei 87, gekochte Kartoffeln bei 78.
Garzeit: Lange gekochte Teigwaren messen höher als bissfest gekochte.
Reifegrad: Bei Obst steigt der Wert mit der Reife, weil Stärke in Zucker übergeht.
Begleitung in der Mahlzeit: Wird dasselbe Lebensmittel zusammen mit Fett, Eiweiß, Säure oder Ballaststoffen gegessen, fallen die gemessenen Werte niedriger aus.
Was die Zahl leistet und was nicht
Der GI ordnet Kohlenhydrate nach einem einzigen Kriterium. Er sagt nichts über
Ballaststoffe, Eiweiß, Fettqualität, Vitamine oder Mineralstoffe und trennt nicht
zwischen einer kleinen und einer großen Portion. Die Autorinnen und Autoren der
Studie von 2016 halten den GI wegen der Streuung für einen unsicheren Wegweiser bei
der Auswahl einzelner Lebensmittel. Als grobe Einordnung von Kohlenhydratquellen
bleibt er trotzdem verbreitet, und für die Forschung sind die Tabellen die
Standardreferenz. Die vollständigen Nährwerte je 100 g findest du in unserer
Lebensmittel-Datenbank.
Häufige Fragen zum glykämischen Index
Was ist der glykämische Index?
Der glykämische Index (GI) ist eine Messgröße aus der Ernährungswissenschaft. Er beschreibt, wie schnell und wie stark die Kohlenhydrate eines Lebensmittels nach dem Essen ins Blut übergehen, gemessen im Vergleich zu reinem Traubenzucker. Traubenzucker ist die Bezugsgröße und hat definitionsgemäß den Wert 100. Ein Wert von 50 heißt: Die Blutzuckerkurve über zwei Stunden erreichte in der Messung etwa die Hälfte der Fläche, die dieselbe Menge Traubenzucker erzeugt hat.
Wie wird der GI eines Lebensmittels gemessen?
Nach der Norm ISO 26642:2010. Mindestens zehn gesunde Testpersonen essen eine Portion mit 50 g verwertbaren Kohlenhydraten, danach wird der Blutzucker zwei Stunden lang mehrfach gemessen. Dieselben Personen bekommen an anderen Tagen 50 g Traubenzucker als Referenz. Der GI ist der Mittelwert der Verhältniszahlen aus beiden Messreihen.
Was bedeutet niedrig, mittel und hoch?
Die internationalen Tabellen führen einen GI von 55 und darunter als niedrig, 56 bis 69 als mittel und 70 und mehr als hoch, jeweils auf der Skala mit Traubenzucker gleich 100. Für die glykämische Last je Portion nutzt die Arbeitsgruppe an der University of Sydney dieselbe Dreiteilung mit den Grenzen 10 und 20.
Was ist der Unterschied zwischen glykämischem Index und glykämischer Last?
Der GI bezieht sich immer auf 50 g verwertbare Kohlenhydrate, also auf eine Labormenge. Die glykämische Last (GL) rechnet die Portion mit ein: GL = GI mal verwertbare Kohlenhydrate je Portion geteilt durch 100. Wassermelone zeigt den Unterschied. Ihr GI liegt bei 76 und damit hoch, ein Stück von 200 g liefert nach dem Bundeslebensmittelschlüssel aber nur rund 14 g Kohlenhydrate. Die glykämische Last dieser Portion liegt deshalb bei rund 10,6.
Warum stehen in verschiedenen Tabellen unterschiedliche GI-Werte?
Weil jeder Wert ein Mittelwert aus Messungen an Menschen ist und diese Messungen streuen. Eine Studie an der Tufts University (Matthan und Kolleginnen und Kollegen, 2016) bestimmte den GI von Weißbrot bei 63 gesunden Erwachsenen: Mittelwert 62, Standardabweichung 15. Dazu kommen Unterschiede bei Sorte, Rezeptur und Herstellung.
Verändert die Zubereitung den GI?
Ja, deutlich. Feiner gemahlenes Mehl, längeres Garen und stärkere Verarbeitung erhöhen den gemessenen Wert, weil die Stärke leichter zugänglich wird. Kartoffelpüree aus Pulver liegt in den internationalen Tabellen bei 87, gekochte Kartoffeln bei 78. Auch der Reifegrad spielt eine Rolle, ebenso Fett, Eiweiß und Säure in derselben Mahlzeit. Ein einzelner Tabellenwert gilt deshalb für das Testlebensmittel und nur ungefähr für deinen Teller.
Gilt der Wert aus der Tabelle für jeden Menschen gleich?
Nein. Die Werte sind Gruppenmittelwerte aus Messungen an gesunden Testpersonen. Wie eine einzelne Person auf ein Lebensmittel reagiert, kann davon deutlich abweichen. Die Tabelle ordnet Kohlenhydrate ein und ist keine medizinische Beratung. Fragen zu Blutzucker, zu Diabetes oder zu einer besonderen Kostform gehören zu deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Quellen
Atkinson FS, Brand-Miller JC, Foster-Powell K, Buyken AE, Goletzke J: International tables of glycemic index and glycemic load values 2021: a systematic review. The American Journal of Clinical Nutrition 2021; 114(5): 1625-1632 (über 4.000 Einträge, Trennung in ISO-konforme und weniger belastbare Werte, Gruppenbefunde zu Milchprodukten, Hülsenfrüchten, Teigwaren, Obst, Getreide und Kartoffeln). PubMed 34258626
Atkinson FS, Foster-Powell K, Brand-Miller JC: International tables of glycemic index and glycemic load values: 2008. Diabetes Care 2008; 31(12): 2281-2283 (Vorgängerausgabe, Quelle vieler Einzelwerte). PubMed 18835944
Foster-Powell K, Holt SHA, Brand-Miller JC: International table of glycemic index and glycemic load values: 2002. The American Journal of Clinical Nutrition 2002; 76(1): 5-56 (Dreiteilung niedrig, mittel, hoch). PubMed 12081815
Matthan NR, Ausman LM, Meng H, Tighiouart H, Lichtenstein AH: Estimating the reliability of glycemic index values and potential sources of methodological and biological variability. The American Journal of Clinical Nutrition 2016; 104(4): 1004-1013 (Weißbrot bei 63 gesunden Erwachsenen: Mittelwert 62 ± 15, Variationskoeffizient 20 Prozent innerhalb und 25 Prozent zwischen den Personen). PubMed 27604773
ISO 26642:2010: Food products. Determination of the glycaemic index (GI) and recommendation for food classification (Messprotokoll: 50 g verwertbare Kohlenhydrate, mindestens zehn Testpersonen, Fläche unter der Blutzuckerkurve über zwei Stunden, Traubenzucker als Referenz).
Nährwerte je 100 g: Max Rubner-Institut (2025): Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), Version 4.0. Karlsruhe. DOI: 10.25826/Data20251217-134202-0 Lizenz: CC BY 4.0.