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Grundlagen

Proteinquellen im Überblick: Die besten Eiweißquellen für jeden Tag

Welche Proteinquellen liefern wie viel Eiweiß, wie viel Protein brauchst du pro Tag und wie deckst du deinen Bedarf vegetarisch oder vegan? Der große Überblick mit Werten pro 100 g.

Proteinquellen im Überblick: Die besten Eiweißquellen für jeden Tag
Foto: Markus Winkler / Pexels

Die besten Proteinquellen sind Hülsenfrüchte (Kichererbsen rund 19 g, Kidneybohnen rund 24 g Protein pro 100 g getrocknet), Milchprodukte wie Magerquark (12 g), Eier (13 g), Fisch wie Lachs (20 g), mageres Fleisch (22 g) sowie Tofu, Tempeh und Seitan. Erwachsene brauchen laut DGE etwa 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht am Tag, ab 65 Jahren 1,0 g.

Wie du diese Menge zusammenbekommst, ist eine Frage der Kombination: über den Tag verteilt, mit einer guten Mischung aus pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln oder rein pflanzlich. Dieser Artikel zeigt dir die konkreten Werte pro 100 g, was proteinreiches Gemüse wirklich leistet und worauf du bei vegetarischer und veganer Ernährung achten solltest.

Wie viel Protein pro Tag brauchst du wirklich?

Der Referenzwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegt für Erwachsene zwischen 19 und 65 Jahren bei 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Für einen Menschen mit 70 kg sind das 56 g. Ab 65 Jahren steigt der Schätzwert auf 1,0 g pro Kilogramm, weil der Körper Nahrungsprotein weniger effizient in Muskelmasse umsetzt.

  • Erwachsene bis 65: 0,8 g/kg, also 48 g bei 60 kg, 64 g bei 80 kg
  • Ab 65 Jahren: 1,0 g/kg
  • Schwangere ab dem 4. Monat: etwa 0,9 bis 1,0 g/kg
  • Ambitioniertes Krafttraining: In der Sporternährung werden häufig 1,2 bis 1,7 g/kg diskutiert. Das ist über normale Lebensmittel gut machbar.

In Deutschland liegt die durchschnittliche Zufuhr laut Nationaler Verzehrsstudie II deutlich über dem Referenzwert. Ein Proteinmangel ist bei ausgewogener Ernährung hierzulande selten. Wenn du deinen individuellen Wert ausrechnen willst, hilft dir der Protein-Rechner. Und wer parallel Gewicht verändern möchte, sollte den Kalorienbedarf berechnen, denn Protein ist nur ein Teil der Rechnung.

Praktisch heißt das: rund 20 bis 30 g Protein pro Hauptmahlzeit, verteilt über drei bis vier Mahlzeiten. Das entspricht zum Beispiel 250 g Magerquark, 150 g Lachsfilet, 200 g gekochten Linsen plus einer Scheibe Vollkornbrot oder drei Eiern mit Vollkorntoast.

Welche Proteinquellen liefern am meisten Eiweiß?

Die folgende Tabelle zeigt Orientierungswerte pro 100 g essbarem Anteil. Bei Hülsenfrüchten ist zwischen trocken und gekocht ein großer Unterschied, weil gekochte Ware Wasser aufnimmt.

LebensmittelProtein pro 100 gHinweis
Seitanca. 25 gWeizeneiweiß, arm an Lysin
Kidneybohnen, getrocknetca. 24 ggekocht ca. 8 bis 9 g
Hähnchenbrustca. 22 gsehr fettarm
Rinderfiletca. 21 g
Lachsfiletca. 20 gplus Omega-3-Fettsäuren
Kichererbsen, getrocknetca. 19 ggekocht/Dose ca. 7 bis 9 g
Erdnüsseca. 25 genergiedicht, ca. 570 kcal
Tempehca. 19 gfermentierte Sojabohne
Harzer Käseca. 28 gsehr fettarm
Tofu, naturca. 12 bis 16 gje nach Festigkeit
Magerquarkca. 12 gCasein, langsam verdaulich
Skyr / körniger Frischkäseca. 11 bis 13 g
Eierca. 13 gein Ei = ca. 7 g
Haferflockenca. 13 gBasis fürs Frühstück

Beste Proteinquelle gibt es nicht als Einzelsieger. Entscheidend sind drei Dinge: die Menge pro Portion, das Aminosäuremuster (also wie gut das Protein zum menschlichen Bedarf passt) und was sonst noch drinsteckt. Ein Steak liefert viel Protein, aber kaum Ballaststoffe. Linsen liefern etwas weniger, dafür Ballaststoffe, Eisen und Folat. Die Mischung macht das Ergebnis.

Kichererbsen, Kidneybohnen und Co: Wie viel Protein steckt in Hülsenfrüchten?

Hülsenfrüchte sind die stärksten pflanzlichen Proteinquellen im Alltag. Wichtig ist der Bezugspunkt:

  • Kichererbsen Protein pro 100 g: getrocknet rund 19 g, gekocht oder aus der Dose (abgetropft) rund 7 bis 9 g. Eine 400-g-Dose liefert abgetropft etwa 240 g Kichererbsen und damit rund 18 bis 20 g Protein.
  • Kidneybohnen Eiweiß: getrocknet rund 24 g pro 100 g, gekocht rund 8 bis 9 g. Eine Portion von 150 g gekochten Kidneybohnen bringt also etwa 13 g Protein.
  • Linsen: getrocknet rund 24 g, gekocht rund 9 g.
  • Sojabohnen: getrocknet rund 34 g, die proteinreichste Hülsenfrucht.
  • Erbsen, tiefgekühlt: rund 5 bis 6 g pro 100 g.

Hülsenfrüchte enthalten relativ wenig der Aminosäure Methionin, dafür viel Lysin. Getreide ist genau umgekehrt aufgebaut. Deshalb ergänzen sich klassische Kombinationen gut: Linsen mit Reis, Bohnen mit Mais-Tortilla, Hummus mit Fladenbrot, Erbsensuppe mit Vollkornbrot. Du musst das nicht in jeder Mahlzeit exakt kombinieren, über den Tag gerechnet reicht völlig.

Verträglichkeit: Wer selten Hülsenfrüchte isst, steigert die Menge besser langsam. Gutes Einweichen (Einweichwasser wegschütten), ausreichendes Kochen und Gewürze wie Kümmel oder Fenchel helfen vielen Menschen. Und trink genug dazu, Ballaststoffe brauchen Flüssigkeit: die passende Trinkmenge berechnen.

Lachs, Eier und Milchprodukte: Was leisten tierische Eiweißquellen?

Lachs Protein: Ein Lachsfilet liefert etwa 20 g Eiweiß pro 100 g. Ein typisches Filetstück von 150 g kommt also auf rund 30 g Protein und deckt bei 70 kg Körpergewicht mehr als die Hälfte des Tagesreferenzwerts. Dazu kommen rund 13 g Fett pro 100 g bei Zuchtlachs, darunter die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. Die DGE empfiehlt ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche, davon eine mit fettreichem Seefisch wie Lachs, Hering oder Makrele. Räucherlachs liegt beim Protein ähnlich (ca. 20 bis 24 g), enthält aber deutlich mehr Salz.

Eier: Ein Ei der Größe M (ca. 58 g) enthält etwa 7 g Protein. Das Eiklar liefert davon rund 3,5 g bei nahezu null Fett, das Eigelb den Rest plus Vitamin A, D, B12 und Cholin.

Milchprodukte: Magerquark (12 g), Skyr (11 g), körniger Frischkäse (13 g), Harzer Käse (28 g) und Parmesan (32 g) sind die Spitzenreiter. 250 g Magerquark mit Beeren und zwei Esslöffeln Haferflocken kommen auf etwa 35 g Protein bei rund 250 kcal.

Fleisch: Hähnchen- und Putenbrust liegen bei rund 22 bis 24 g, Rinderfilet bei 21 g, Schweinefilet bei 22 g. Die DGE empfiehlt, nicht mehr als 300 g Fleisch und Wurst pro Woche zu essen und verarbeitetes Fleisch sparsam zu verwenden.

Proteinquellen für Vegetarier: Wie deckst du deinen Bedarf ohne Fleisch?

Vegetarisch ist die Proteinversorgung unkompliziert, weil Milchprodukte und Eier sehr gut verwertbares Eiweiß liefern und mit pflanzlichen Quellen kombiniert werden können. Ein Beispieltag mit rund 95 g Protein:

  • Frühstück: 60 g Haferflocken (8 g) mit 250 g Skyr (28 g) und 20 g Mandeln (4 g) = ca. 40 g
  • Mittag: Linsensalat aus 80 g Linsen trocken (19 g) mit 30 g Feta (5 g) und Vollkornbrot (5 g) = ca. 29 g
  • Abend: Omelette aus 2 Eiern (14 g) mit 100 g Champignons und 50 g Käse (12 g) = ca. 26 g

Rein pflanzlich funktioniert das ebenso, braucht aber etwas mehr Planung. Vegan eiweißreich heißt vor allem: täglich Hülsenfrüchte oder Sojaprodukte, dazu Vollkorngetreide, Nüsse und Samen. Tofu (12 bis 16 g), Tempeh (19 g), Seitan (25 g), Sojajoghurt (4 bis 5 g), Hanfsamen (30 g), Kürbiskerne (24 g) und Erdnussmus (25 g) sind die praktischen Bausteine.

Zwei Punkte solltest du bei veganer Ernährung im Blick behalten: Vitamin B12 kommt in relevanten Mengen nur aus tierischen Lebensmitteln oder aus einem Supplement, das ist bei veganer Ernährung Standard und gehört ärztlich begleitet. Und Eisen aus Pflanzen wird schlechter aufgenommen, weshalb Vitamin-C-haltige Lebensmittel zur Mahlzeit (Paprika, Zitrusfrüchte) sinnvoll sind. Wer langfristig vegan lebt oder unsicher ist, kann sich eine qualifizierte Ernährungsberatung suchen. Ideen für die Umsetzung findest du bei den gesunden Rezepten.

Proteinreiches Gemüse: Wie viel Eiweiß liefert es tatsächlich?

Gemüse ist keine Hauptproteinquelle, weil es zu 85 bis 95 Prozent aus Wasser besteht. Es trägt aber messbar zur Tagesbilanz bei, besonders wenn du größere Portionen isst. Die eiweißreichsten Gemüsesorten pro 100 g:

GemüseProtein pro 100 gPortion (200 g)
Grüne Erbsenca. 5,5 gca. 11 g
Edamame (Sojabohnen, jung)ca. 11 gca. 22 g
Grünkohlca. 4,3 gca. 8,6 g
Rosenkohlca. 4,5 gca. 9 g
Brokkolica. 3,3 gca. 6,6 g
Spinatca. 2,7 gca. 5,4 g
Champignonsca. 2,7 gca. 5,4 g
Blumenkohlca. 2,5 gca. 5 g

Rechnerisch heißt das: Eine Gemüsepfanne mit 200 g Brokkoli und 100 g Erbsen bringt rund 12 g Protein mit, ganz ohne Hauptzutat. Wer viel Gemüse isst, sammelt über den Tag also durchaus 15 bis 20 g Eiweiß aus dieser Kategorie ein. Edamame sind der Sonderfall, botanisch eine Hülsenfrucht und mit rund 11 g pro 100 g die stärkste Option in der Gemüseabteilung.

Eiweiß steif schlagen: Wie gelingt Eischnee zuverlässig?

Beim Steifschlagen entfalten sich die Proteine im Eiklar und stabilisieren die eingeschlagenen Luftbläschen. Damit das klappt, brauchst du vor allem absolute Fettfreiheit.

  1. Schüssel und Rührbesen fettfrei: Glas oder Edelstahl statt Kunststoff, vorher mit etwas Zitronensaft oder Essig auswischen und trocken reiben.
  2. Sauber trennen: Schon eine Spur Eigelb verhindert festen Eischnee. Jedes Ei einzeln in ein Extraglas trennen.
  3. Temperatur: Zimmerwarmes Eiklar (ca. 20 Grad) schlägt schneller auf, kaltes wird etwas stabiler. Für die meisten Rezepte ist zimmerwarm die einfachere Wahl.
  4. Langsam starten: Erst auf niedriger Stufe schaumig schlagen, dann Geschwindigkeit erhöhen.
  5. Prise Salz oder Säure: Ein paar Tropfen Zitronensaft oder eine Messerspitze Weinstein stabilisieren das Eiweiß.
  6. Zucker erst spät: Wenn Zucker rein soll (Baiser), erst einrieseln lassen, wenn das Eiweiß bereits weiße Spitzen bildet. Zu früh zugegeben bleibt der Schnee weich.

Fertig ist der Eischnee, wenn beim Herausziehen des Besens stehende Spitzen entstehen und ein Schnitt mit dem Messer sichtbar bleibt. Nicht zu lange schlagen: übergeschlagener Eischnee wird körnig und trennt sich wieder. Zum Unterheben in Teig nutzt du einen Teigschaber und Bewegungen von unten nach oben, damit die Luft drin bleibt.

Wie baust du Proteinquellen sinnvoll in den Alltag ein?

Drei Regeln reichen für die Praxis:

  • Pro Mahlzeit eine klare Proteinquelle einplanen. Frag dich bei jedem Teller: Wo ist das Eiweiß? Quark, Eier, Hülsenfrüchte, Tofu, Fisch oder Fleisch.
  • Pflanzlich und tierisch mischen. Die DGE empfiehlt, den Anteil pflanzlicher Lebensmittel zu erhöhen. Hülsenfrüchte mindestens einmal pro Woche, besser öfter.
  • Vorräte anlegen. Dosen mit Kichererbsen und Kidneybohnen, TK-Erbsen, rote Linsen, Haferflocken, Eier und Magerquark decken zusammen den größten Teil des Bedarfs ab und kosten wenig.

Für Gewichtsabnahme ist Protein doppelt interessant: Es sättigt gut und hilft, Muskelmasse zu erhalten. Wenn du in einem Defizit isst, sollte die Proteinzufuhr eher am oberen Rand liegen. Du kannst dein Kaloriendefizit berechnen und den Proteinanteil daran ausrichten.

Sehr hohe Proteinmengen bringen keinen zusätzlichen Nutzen. Die EFSA hält eine Zufuhr bis etwa dem Doppelten des Referenzwerts bei gesunden Erwachsenen für unbedenklich. Bei eingeschränkter Nierenfunktion oder anderen Vorerkrankungen gehört die Proteinmenge in ärztliche Hand.

Redaktionell gegengezeichnet von Arno Hoffrichter und Florian Wessling, Stand 31.08.2026.

Quellen

Häufige Fragen

Wie viel Protein pro Tag brauche ich?

Die DGE nennt für Erwachsene bis 65 Jahre einen Referenzwert von 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, ab 65 Jahren 1,0 g. Bei 70 kg sind das 56 bzw. 70 g. Sportlich sehr aktive Menschen liegen häufig bei 1,2 bis 1,7 g pro Kilogramm.

Wie viel Protein haben Kichererbsen pro 100 g?

Getrocknete Kichererbsen enthalten rund 19 g Protein pro 100 g. Gekocht oder aus der Dose sinkt der Wert auf etwa 7 bis 9 g pro 100 g, weil die Erbsen Wasser aufnehmen. Eine abgetropfte 400-g-Dose liefert rund 18 bis 20 g Eiweiß.

Wie viel Eiweiß hat Lachs?

Lachsfilet enthält etwa 20 g Protein pro 100 g. Ein Portionsstück von 150 g kommt damit auf rund 30 g Eiweiß. Dazu liefert Lachs langkettige Omega-3-Fettsäuren. Die DGE empfiehlt ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche, davon eine mit fettreichem Seefisch.

Welches Gemüse hat am meisten Protein?

Edamame (junge Sojabohnen) mit rund 11 g pro 100 g, gefolgt von grünen Erbsen (5,5 g), Rosenkohl (4,5 g), Grünkohl (4,3 g) und Brokkoli (3,3 g). Gemüse ist wegen des hohen Wassergehalts keine Hauptproteinquelle, trägt in größeren Portionen aber spürbar zur Tagesbilanz bei.

Wie schlage ich Eiweiß richtig steif?

Schüssel und Besen müssen absolut fettfrei sein, das Eiklar darf keine Spur Eigelb enthalten. Langsam anschlagen, dann Tempo erhöhen, eine Prise Salz oder ein paar Tropfen Zitronensaft stabilisieren. Zucker erst einrieseln, wenn erste weiße Spitzen stehen. Fertig ist der Eischnee bei stehenden Spitzen.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt keine Diagnose oder Behandlung durch Ärztinnen, Ärzte oder qualifizierte Ernährungsfachkräfte. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an deine Ärztin oder deinen Arzt. Gesundheitshinweis lesen